Naziradar? Was soll denn das?
Die Idee das Naziradar besteht darin, eine zentrale Kontaktadresse einzurichten, bei der Informationen über Nazis und ihrer Aktivitäten gemeldet werden können. Diese Informationen sammeln und werten wir zunächst aus. Sofern das Sinn macht, geben wir sie dann an lokale antifaschistische Gruppen weiter.
Wenn ihr das wünscht, nehmen wir Kontakt zu euch auf, um anschließend die Situation gemeinsam zu besprechen. Denn zusammen können wir weitere Handlungsmöglichkeiten leichter einschätzen, und langfristig dem Treiben der Nazis etwas entgegensetzen.
Muss das denn sein?
Gerade in ländlichen Regionen ist es häufig nicht möglich, den Überblick über Nazis und ihre Strukturen zu behalten. Viele ihrer Übergriffe, Auseinandersetzungen und sonstigen Aktionen bleiben unbemerkt, da niemand aus der Region sie öffentlich macht. Genau hier wollen wir ansetzen. Durch die Möglichkeit, Informationen weiterzugeben und Kontakte zu knüpfen wollen wir die wenigen antifaschistisch denkenden Menschen vor Ort – also euch – stärken.
Viel zu oft können Nazis ungestört ihre menschenverachtenden Meinungen vertreten. Sie treten geschlossen in Gruppen auf und prägen durch Aufkleber, Plakate und Graffitis das Straßenbild. In solchen Gegenden dürfen antifaschistisch denkende Menschen nicht allein gelassen werden.
Und was konkret leistet der Naziradar jetzt?
Zunächst ist uns wichtig klarzustellen, dass wir kein Notfall-Einsatz-Team sind. Wir können und wollen es nicht leisten, bei unmittelbaren Auseinandersetzungen zur Hilfe zu eilen oder irgendwie sonst direkt zu reagieren. Allerdings versuchen wir, so zeitnah wie möglich Kontakt zu euch aufzunehmen. Gemeinsam können wir dann über die Situation sprechen und überlegen, wie am besten zu reagieren ist.
Zudem stehen wir im Kontakt zu antifaschistischen Gruppen und Organisationen in der gesamten Rhein-Main-Regaion. So können wir die Informationen an die entsprechenden regionalen Gruppen weiterleiten und euch gegebenenfalls helfen, Verbindungen zu knüpfen.
Klingt gut. Und was soll ich jetzt machen?
Wenn ihr Nazis kennt, euch von ihnen eventuell bedroht fühlt, oder gar Infos über ihre Treffpunkte, Strukturen und Aktivitäten habt, schreibt uns eine Email oder sprecht auf unsere Handy-Mailbox. Vielleicht wohnen Nazis bei euch in der Nachbarschaft, oder ihr beobachtet jede Woche welche bei ihrem Treffen in der Kneipe um die Ecke. Für solche Infos sind wir auf euch angewiesen.
Wichtig für uns wäre dabei eine möglichst genaue Beschreibungen. Aussagen wie “gestern zwei Nazis auf dem Marktplatz gesehen” helfen uns leider nicht weiter. Genauere Infos wie Namen, Adressen, Kleidung, Körperbau und andere markante Details, zum Beispiel Tätowierungen, Piercings, etc. sind dagegen sehr hilfreich. Versucht also, Personen, Zeitpunkt und Ort möglichst genau zu beschreiben. Je genauer die Informationen sind, desto mehr helfen sie euch und uns weiter.
Wenn ihr außerdem wollt, dass wir uns mit euch in Verbindung setzen, dann vergesst nicht, eine Telefonnummer oder Email-Adresse anzugeben, unter der wir euch erreichen können.
Nochwas – wieso soll ich euch eigentlich vertrauen?
Das ist eine gute und wichtige Frage. Leider können wir sie nicht so einfach beantworten. Am besten, ihr fragt in alternativen Jugendzentren und bei antifaschistischen Gruppen nach, ob dort etwas über den Naziradar bekannt ist. Stellt selbst Nachforschungen über uns an, versucht mit aktiven AntifaschistInnen darüber zu reden und macht euch euer eigenes Bild. Gelegentlich werben wir auch in antifaschistischen Zeitschriften. Dass diese uns vertrauen, ist ja vielleicht ein ganz gutes Zeichen. Aber behaltet euer gesundes Misstrauen, das ist viel wert!
Dem rechten Treiben gemeinsam entgegentreten – kein Raum für Nazis!